Beerdigung, Trauerfeier

Zum Leben gehört auch das Sterben. Und damit verbunden das Abschiednehmen, Loslassen, Vertrauen, Hineinwachsen in das Bewusstsein, dass wir für immer verbunden bleiben. Alle Facetten von Trauer, Dankbarkeit und Hoffnungslosigkeit möchten dabei berücksichtigt und mit hineingenommen werden in unser Unterwegssein. Verschiedene Rituale laden uns dazu ein, unseren persönlichen Prozess zu gehen und jenen der Verstorbenen mit zu begleiten. Stille, Texte, Gebete, Kerzen, Musik können uns in diesem wichtigen Lebensabschnitt helfen.

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Diese ganz besonderen Aufgaben der Trauerbegleitung und Gestaltung von Abdankungen und Abschiedsfeiern waren für mich trotz der jeweils schwierigen Momente im Leben der Betroffenen Sternstunden. Zum Leben gehört eben auch ganz stark das Abschiednehmen und Loslassen, das Neuausrichten und Aufrichten wie auch das Bewusstwerden, dass wir für immer und ewig verbunden bleiben. Diese Prozesse sind stets schmerzhaft, egal, in welchem Alter der Abschied vollzogen werden muss. Wenn es uns jedoch gelingt, sie miteinander und in Tiefe und Würde zu vollziehen, sind wir vielleicht auch eher bereit, für das Neue und vor uns Liegende offen zu werden.  

Jährlich durfte ich zwischen zwanzig und dreissig Beerdigungen mitgestalten und durchführen, verbunden mit Gesprächen, Seelsorge, Vorbereitung, Durchführung und oft auch nachträgliches Treffen der Angehörigen. Das Zusammenspiel zwischen Bestattungsinstitut, Friedhofgärtner/in, Musik und der Trauerfamilie ist von grosser Bedeutung, damit das Wesentliche beim Abschiednehmen nicht verloren geht.

Ich geleitete Babys, Kinder, Jugendliche, Erwachsene und ältere Menschen zu Grabe. Oft waren dies Schicksalsschläge von ungeheurem Ausmass, für welche es keine Erklärung gab. Es zählten einzig das gemeinsame Abschiednehmen und Trauern.

Sei es in der Kirche, auf dem Friedhof, an einem Gewässer, auf einem Berg, im Wald oder im Garten – es gibt unzählige Orte und Möglichkeiten, dieses wichtige Ritual zu vollziehen.

Dabei sind mir folgende Anliegen wichtig:

  • die persönliche Begleitung in Gesprächen und Begegnungen
  • das Wahrnehmen und Integrieren von Bedürfnissen der Trauerenden
  • das tiefe, persönliche Würdigen der von uns gegangenen Persönlichkeit
  • individuelle und einzigartige Gestaltung der Feier
  • Musik, Wort, Stille, Gebet sowie weitere Rituale und Handlungen
  • Leidenschaft, Emotion und Engagement meinerseits für diese Aufgabe
  • meine Liebe zu den Menschen und ihrem persönlichen, individuellen Leben
  • meine persönliche Auseinandersetzung mit Leben und Sterben

Möge uns das Bewusstsein des Sterbens zu neuen und tiefsinnigem Leben verhelfen. 

Menschen schreiben und berichten: 

 

Lieber Herr Erni

Zurück in meinem Zuhause habe ich noch immer eine wunderbare ruhige Seele. Ein grosses Glücksgefühl ist viel stärke als alle Trauer, denn ich konnte mich auf eine unglaublich schöne Art von Meiner Mutter verabschieden. 

Erfahrungsbericht Eva Thoma

Was in den Tagen nach Evas Tod geschieht, lässt mich nochmals ganz wachsam werden. Die Kinder sind in einer grossen Verbundenheit und Liebe, getragen von einer ungeheuren Ruhe und Kraft. Sie wirken gemeinsam und beenden das von Eva auf Erden Geschaffene. Eva hat so vieles vorbereitet und in die Wege geleitet. Nun dürfen die weltlichen Dinge für immer dem Himmlischen weichen, dem, was immer schon da war.